Der Luftschutzstollen in der Heilbronner Straße blieb in großen teilen bis heute erhalten und kann im Rahmen verschiedner öfentlichen Führungen, wie den Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.
Entstehung und historischer Kontext
Der Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße in Stuttgart zählt zu den frühen zivilen Schutzanlagen der Stadt und wurde im Jahr 1939 fertiggestellt. Damit entstand er noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs und gehört zu jenen Bauwerken, die im Rahmen vorsorglicher Luftschutzmaßnahmen geplant und realisiert wurden. Ziel war es, insbesondere verkehrlich und infrastrukturell bedeutende Bereiche frühzeitig mit Schutzräumen auszustatten.
Dieser Betonrindkipper wurde im Stollenbau hauptsächlich zum Transportieren von Beton genutzt, daher auch die runde Form. Sein Leergewicht liegt bei etwa 200–250 kg und seine maximale Zuladung betrug circa 0,5 Kubikmeter. Sicherlich konnte die maximale Ausladung nur schwer erreicht werden. Ein halber Kubikmeter Normalbeton wiegt etwa 1,2 Tonnen und die Rundkipper wurden oftmals mit Manneskraft oder kleinen Haspeln geschoben oder gezogen.
Lage und Zweckbestimmung
Die Anlage verläuft unter der Heilbronner Straße im nördlichen Umfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Aufgrund dieser Lage war der Stollen nicht als allgemeiner öffentlicher Luftschutzraum konzipiert, sondern vorrangig für Bahnreisende sowie für Beschäftigte des Bahn- und Güterbahnbetriebs vorgesehen, die sich im Alarmfall im unmittelbaren Bahnhofsbereich aufhielten.
Bauliche Ausführung und technische Ausstattung
Der Luftschutzstollen ist als klassischer Stollenbau der Vorkriegszeit ausgeführt. Er besitzt eine Länge von rund 170 Metern und war für die Aufnahme von etwa 1.100 Personen ausgelegt. Mehrere Zugänge führten über Treppen und Rampen in die Anlage. Diese waren jeweils mit Gasschleusen versehen, um einen Schutz vor chemischen Kampfstoffen zu ermöglichen.
Zur technischen Ausstattung gehörten eine elektrische Beleuchtung sowie eine mechanische Lüftungs- und Filteranlage zur Frischluftversorgung. Die Innenräume waren mit einfachen Sitzgelegenheiten ausgestattet. Sanitäre Einrichtungen standen nur in eingeschränkter Form zur Verfügung, da kein Anschluss an das städtische Abwassernetz bestand.
Nutzung während des Zweiten Weltkriegs
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Stollen entsprechend seiner ursprünglichen Bestimmung als Luftschutzraum genutzt. Detaillierte Berichte über einzelne Belegungen oder konkrete Nutzungssituationen im Zusammenhang mit Luftangriffen sind nur in begrenztem Umfang überliefert. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Stollen insbesondere bei Angriffen auf den Bahnhofs- und Güterbahnhofsbereich eine wichtige Schutzfunktion erfüllte.
Nachkriegszeit und spätere Nutzung
Nach Kriegsende verlor die Anlage zunehmend ihre ursprüngliche Funktion. In der Nachkriegszeit wurde der Stollen überwiegend als Lagerraum genutzt, unter anderem zur Aufbewahrung von Akten städtischer Behörden. Eine umfassende Modernisierung oder Anpassung an die Zivilschutzanforderungen des Kalten Krieges erfolgte nicht.
Veränderungen durch Stadtentwicklung und Infrastrukturprojekte
Im Zuge späterer städtebaulicher Maßnahmen und verkehrlicher Großprojekte im Bereich des Hauptbahnhofs kam es zu baulichen Eingriffen in und um den Stollen. Teile der Anlage wurden überbaut, abgetrennt oder verschlossen. Dadurch ist der Luftschutzstollen heute nicht mehr vollständig begehbar, sondern in mehrere funktional getrennte Abschnitte unterteilt.
Heutiger Zustand und historische Bedeutung
Der heutige Erhaltungszustand des Stollens ist uneinheitlich. In einzelnen Bereichen sind noch originale Bauelemente sowie Spuren der historischen Nutzung erhalten, während andere Abschnitte baulich verändert oder anderweitig genutzt werden. Eine reguläre öffentliche Zugänglichkeit besteht nicht; vereinzelt wird die Anlage jedoch im Rahmen fachlich begleiteter Projekte oder Führungen geöffnet. Ansprechpartner dafür ist Norbert Porthmann von der Forschungsgruppe Untertage.
Als bauliches Relikt der frühen Luftschutzplanung besitzt der Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße eine hohe historische Aussagekraft. Er verdeutlicht sowohl die Schutzkonzepte der Vorkriegszeit als auch den späteren Umgang mit solchen Anlagen im Spannungsfeld von Wiederaufbau, Stadtentwicklung und moderner Infrastruktur.
In eigener Sache – Urheberrechtsverletzung
Am 11.12.2025 erreicht mich per Kontaktformular eine Mail mit dem Betreff „Urheberrechtsverletzung“.
In dieser fällt Herr Z. direkt und ohne Umschweife mit der Anschuldigung ins Haus, einen Lageplan aus seinem Buch rechtswidrig in diesem Beitrag veröffentlicht zu haben. Unverholen wird mit „Entschädigungsforderungen für die widerrechtliche Nutzung behalte ich mir vor“ oder „Bestätigen Sie mir umgehend die Löschung der Datei, ansonsten werde ich den Rechtsweg beschreiten“ gedroht.
Natürlich nehme ich solche Anschuldigungen sehr ernst, aber noch viel ernster nehme ich den Ton, der mir gegenüber an den Tag gelegt wird. Ich habe es absolut nicht nötig, die Seite seines Buches „Keine Werbung für Z.“ zu kopieren und ohne Angabe der Quelle hier zu veröffentlichen.
Vielmehr habe ich den Lageplan von Schutzbauten Stuttgart genutzt und auch die Quelle sowie eine Verlinkung angegeben. Da Herr Z. aber in keiner rechtlichen Verbindung zum Verein steht, besteht auch kein Anspruch seinerseits. Des Weiteren konnte oder wollte Herr Z. keinen Urhebernachweis erbringen und schickte mir stattdessen ein Foto seines Buches und der Seite mit dem Lageplan, was keinen Nachweis darstellt.
Schaut man sich den Plan, welchen Herr Z. in seinem Buch veröffentlicht hat, im Detail an, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei der von ihm im Buch verwendeten Grafik nicht um einen eigenhändig angefertigten Plan handelt. Maximal die gelben Umrandungen des Stollenbauwerks sind von ihm oder einer dritten Person eingefügt worden. Der Grundplan unterliegt aber mitnichten Herrn Z., da es sich bei diesem um einen originalen Plan handelt, welcher etwas angepasst und simpler dargestellt wird. Über den Grund für diese Anpassungen kann man nur spekulieren.
Fakt ist auch, dass die Quelle des besagten Plans im Buch nicht vermerkt ist, was weiteren Raum für Spekulationen gewährt.
Fazit: Es ist immer schade, wenn der vorauseilende Ruf einer Person bereits mit Steinen wirft. Scherben bringen kein Glück, vielmehr lenken sie die Aufmerksamkeit auf etwas Zerbrechliches.
Dennoch lenke ich ein, da mir schlichtweg die Zeit zu schade ist. Ich habe die Zeit lieber genutzt, meinen Beitrag grundlegend zu überarbeiten. Zusätzlich wurde mir ein anderer Lageplan zur Verfügung gestellt. Und ja, er ähnelt wieder dem Grundplan von Herrn Z. Den alten Plan möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten, ihr findet diesen noch auf der Seite Schutzbauten Stuttgart.
- Veröffentlicht am 14. November 2021
- Erstellt von Trümmer Lümmler
- Zuletzt aktualisiert am 11. Januar 2026
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