Ein eher unscheinbares Mundloch verbirgt sich am Hang unterhalb des ehemaligen Betriebsgebäudes, an dessen Giebelspitze Schlägel und Eisen prangen.
Die alte, etwa 2300 Meter lange ehemalige Hauptförderstrecke wurde in großen Teilen massiv ausgebaut – und doch konnten einige der Stahlträger den Lasten nicht standhalten. Der Ausbau erfolgte an den Stößen mit Bruchstein- oder Ziegelmauerwerk. In manchen Streckenabschnitten standen sich Bruchstein- und Ziegelmauern direkt gegenüber.
Auf den Mauerkronen liegen Doppelträger und ausgemusterte Eisenbahnschienen; der geringste Abstand zwischen Schienen und Trägern beträgt lediglich 20 cm. Eine enorme Menge an Stahl stützt sich gegen die Firste und gewährleistete so die Förderung weiteren Eisenerzes aus der Tiefe.
Auf den Trägern und Schienen lagerten Betonplatten, darüber Geröll oder Quetschhölzer. An den Stellen, an denen die Quetschhölzer vollständig verrottet sind und die Abstände der Stahleinbauten größer werden, konnte der Berg den Ausbau durchschlagen. Die fehlenden Quetschhölzer führten dazu, dass Gesteinsbrocken direkt auf den Ausbau stürzten, während der Bergdruck und die Zeit ihr Übriges taten.
Noch während der Betriebszeit wurde die Schachtförderung eingestellt; vermutlich war sie wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Stattdessen stellte man auf Förderbandtechnik um. Dafür wurden Teile der bestehenden Strecken auf tieferen Sohlen verbreitert oder neu angelegt. So war es möglich, mit einem oder mehreren Frontladern in die unteren Grubenbereiche einzufahren. Dort wurde das abgebaute Gestein auf das Förderband verladen; vermutlich war ein Vorbrecher vorgeschaltet, der das Material auf eine geeignete Größe brach.
Durch die Umstellung auf Förderbandtechnik wurde die Förderung effizienter und die Fördermenge konnte gesteigert werden, bis der Grubenbetrieb nach über 100 Jahren im Jahr 1983 eingestellt wurde.
Alle Tageanlagen wurden zurückgebaut; heute entsteht auf dem ehemaligen Grubengelände neuer Wohnraum. Im Ort erinnert ein großes Wandbild an die Bergbauära der Gemeinde. Unter Tage zeugt vor allem die riesige Halle, in deren Mitte eine Fördermaschine steht, vom einstigen Glanz des Bergbaus. Die Stahlseile führen noch immer von der Seiltrommel den Bremsberg hinauf zu den Seilscheiben und wieder hinab zu den Förderkörben, die wahrscheinlich noch immer irgendwo im Schacht hängen.
Eine beeindruckende Leistung bergbaulicher Ingenieurskunst – ein besonderer Ort tief im Berg.
- Veröffentlicht am 12. April 2026
- Erstellt von Trümmer Lümmler
- Zuletzt aktualisiert am 12. April 2026
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Sehr schöne Impressionen!
Vielen Dank und Glück auf!