Heute ist der Bunker fast nur noch unter seinem Namen „NATO Bunker Kindsbach“ bekannt. Doch wurde der circa 2,5 ha große Bunker bereits im Zweiten Weltkrieg errichtet und gehörte zu Hitlers Westwall. Im Jahr 1937 wurde das Gelände von der Wehrmacht beschlagnahmt. In der Kriegszeit hatte der Bunker verschiedene militärische Nutzungen und soll zum Kriegsende teilweise der Bevölkerung als Luftschutzanlage gedient haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bunker zunächst von französischen Truppen besetzt. Später wurde dieser grundlegend modernisiert und sollte ab 1954 als Operationszentrale in Betrieb genommen werden. Fortan diente er als Überwachungs- und Steuerzentrale. Weitere und ausführlichere technische Daten findet ihr auf diversen Seiten.
Ich selbst hatte den Bunker schon lange auf meiner ToDo Liste, doch bot sich nie die Gelegenheit, diesen zu besuchen. Dies lag mitunter daran, dass man ihn völlig legal besuchen kann. Das nicht, weil der Reiz fehlt, sondern weil ich wusste, dass dieser abgeschlossen und bewacht ist. Dies schützt den Zustand der Anlage und der Fokus liegt auf weitaus gefährdetere Projekte. Gut erhaltene, aber offene Anlagen, wo sich der Zustand in wenigen Wochen um 180 Grad drehen kann.
Die Bunkeranlage ist relativ weitläufig und es mag schon einmal vorkommen, dass man in den falschen Flur abbiegt. Allerdings, verlaufen ist hier kaum möglich. Der Bunker bietet an vielen Ecken natürlichen Verfall. Hauptsächlich sticht die alte Farbe ins Auge. An zahlreichen Stellen blättert sie ab wie abgestorbene Haut und führt so zu einem abwechslungsreichen Schattenspiel im Taschenlampenlicht. Die drei parallel zueinander verlaufenden Flure kommen einem im Taschenlampenlicht schier endlos vor. Ein zurückgelassenes Minirad lädt zu einer Spritztour durch den Bunker ein, nur leider hat dieses platte Reifen.
Die gesamte Anlage ist leergeräumt, nur die fest eingebaute Technik ist im Bunker verblieben. Beeindruckend ist die Generator-Station Nummer 2 im Inneren des Bunkers. Die NEA versteckt sich hinter einer unscheinbaren Tür und wirkt etwas eingequetscht in ihrem kleinen Raum.
Nach 3,5 Stunden beendeten wir unsere Streiftour durch den NATO Bunker Kindsbach. Auf uns wartete eine Abri der Maginot Linie und die Fahrt dorthin würde uns weitere 1,5 Stunden kosten. Ich möchte an dieser Stelle anfügen, dass schimmelpilzempfindliche Menschen oder Asthmatiker den Bunker lieber nicht besuchen sollten. Im Speiseraum und anderen Bereichen ist der Schimmel deutlich erkennbar.
Weiterführende technische Informationen sowie den Lageplan und die Besucheranfrage findest du HIER.
- Veröffentlicht am 22. Dezember 2019
- Erstellt von Trümmer Lümmler
- Zuletzt aktualisiert am 18. Januar 2026
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