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Der Werkluftschutzstollen der Firma BEKA in Tübingen zeigt beeindruckende unterirdische Stollen, die einst Schutz während Luftangriffen boten.

Werkluftschutzstollen BEKA

Die Firma BEKA (Braun & Kemmler) wurde im Jahr 1899 in Reutlingen-Betzingen von Daniel Braun und Jakob Kemmler gegründet. 1934 verlagerte das Unternehmen seinen Standort nach Tübingen-Lustnau, wo sich ein bedeutendes Werk entwickelte.

Inhaltsverzeichnis

BEKA spezialisierte sich auf die Herstellung von Kochgeschirr und Metallwaren, insbesondere Pfannen, Töpfe und emailliertes Stahlgeschirr. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Firma zu einem der wichtigsten deutschen Hersteller in diesem Bereich und belieferte sowohl private Haushalte als auch das Militär im Zweiten Weltkrieg. Vermutlich produzierte das BEKA-Werk in Tübingen große Mengen an Essgeschirr für das Heer.

Schließlich wurde das Werk im Jahr 1999 nach vorangegangener Schließung, durch Absatzschwierigkeiten, abgerissen. Hauptursachen waren steigender Konkurrenzdruck und die Verlagerung der Produktion an kostengünstigere Standorte. Heute existiert BEKA weiterhin als Marke für Kochgeschirr und gehört zum belgischen Unternehmen Allinox. Der Sitz liegt in Belgien, während Entwicklung, Vertrieb und internationale Vermarktung weiterhin aktiv betrieben werden.

Ausschnitt aus dem Verwaltungsbericht der Stadt Tübingen der Jahre 1991–98.
Ausschnitt aus dem Verwaltungsbericht 1991-98.
Luftbild des BEKA-Werks in Tübingen aus dem Jahr 1956.
BEKA Werk im Jahr 1956 [Quelle: Stadtarchiv Stadt Tübingen]

Was ist über den Luftschutzstollen der Firma BEKA bekannt?

Durch den damaligen hohen Grundwasserspiegel im Bereich des Werks, war es nicht möglich, einen Tiefbunker für die Belegschaft zu errichten. Die Verantwortlichen beschlossen also, Luftschutzstollen in den Berg zu treiben. Über die Größe der Belegschaft ließ sich leider nichts finden. In den Siebziger Jahren lag die Belegschaft bei 750 Angestellten. Während des 2. Weltkriegs  kann man sicherlich mit einer Belegschaftsgröße für einen mittelgroßen Industriebetrieb von 200–500 Mitarbeitern ausgehen.

Baufortschritt

Die Stollenanlage ist in weiten Teilen nicht fertiggestellt und befindet sich in einem sehr frühen Stadium des Ausbaus. Legt man die nach Abzug der Schleusenbereiche verbleibende Fläche zugrunde, ergibt sich eine nutzbare Grundfläche von etwa 60 Quadratmetern. Die Gänge sind dabei meist nicht viel breiter als ein Meter.

Nach den Luftschutzbestimmungen hätten hier theoretisch etwa 75 bis 120 Personen Platz gefunden, wobei eine Belegung mit 120 Personen unter diesen beengten Verhältnissen mehr als ambitioniert gewesen wäre.

 

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In anderen Berichten heißt es, dass die Stollen bereits im Jahr 1940 begonnen wurden. Dem kann ich so nicht zustimmen. Bei einem derart frühen Baubeginn hätten Baufortschritt und Ausbau deutlich weiter fortgeschritten sein müssen. Geht man von einer realistischen Mitarbeiterzahl von etwa 250 Personen aus, wäre der LS-Stollen zudem mindestens doppelt so groß ausgefallen. Die Gesamtlänge der aufgefahrenen Strecken des LS-Stollens beträgt jedoch lediglich 105 Meter, wovon weniger als 30 % ausgebaut wurden.

Denkbar ist, dass hinter dem Werk weitere Luftschutzstollen aufgefahren wurden, was geografisch durchaus möglich wäre, bislang jedoch nicht belegt werden konnte.

Schwarz-Weiß-Luftaufnahme des BEKA-Areals aus dem Jahr 1968.
BEKA-Werk im Jahr 1968, mit Erweiterungsbauten. [Quelle: leo-bw.de]

Diese Grafik zeigt Bereiche, in denen weitere Luftschutzstollen denkbar gewesen wären. Der grüne Bereich rahmt den bestehenden LS-Stollen ein, während der rote Bereich zusätzliche Möglichkeiten für den Stollenbau aufzeigt. Der gelbe Bereich hätte der Erweiterung des bereits vorhandenen LS-Stollens dienen können, wie sich in der nächsten Grafik anhand eines digitalen Geländemodells gut erkennen lässt.

 

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Wie liegt der LS-Stollen im Gelände?

Die folgende Grafik zeigt eine Luftaufnahme des Waldstücks hinter dem ehemaligen Werksgelände. In das Luftbild habe ich den Grundriss des Stollens eingefügt, den ich auf Grundlage einer LIDAR-Vermessung erstellt habe.

 

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Den Stollen in 3D erkunden

Als Nächstes erhältst du die Möglichkeit, den LS-Stollen in einem 3D-Modell selbst zu erkunden. Dieses Modell wurde mittels LIDAR-Technik erstellt.

 

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Der Überfall auf Hornbach

Im Oktober 2003 kam es zu einem bewaffneten Überfall auf den Hornbach-Baumarkt in Tübingen. Zwei maskierte Täter überwältigten nach Geschäftsschluss mehrere Angestellte, fesselten sie und erbeuteten rund 40.000 Euro aus dem Tresor. Anschließend flüchteten sie in Richtung des angrenzenden Waldgebiets.

Die Polizei leitete sofort eine groß angelegte Fahndung ein. Neben Hunden und einem Hubschrauber wurde auch das schwer zugängliche Gelände rund um den Baumarkt durchsucht.

Im Rahmen der Suche wurde auch der nahegelegene Luftschutzstollen der Firma BEKA einbezogen. Dieser wurde von einem Tübinger Höhlenforscher, welcher auch Polizist war, gezielt nach möglichen Spuren der Täter untersucht.

Die Durchsuchung des Stollens hinter Hornbach blieb jedoch ohne Ergebnis, ebenso wie die gesamte Fahndung in der Nacht und am Folgetag.

Fazit

Die Geschichte der Firma BEKA zeigt den Wandel eines traditionsreichen Industriebetriebs vom erfolgreichen Hersteller hin zur Aufgabe des Standorts im Zuge wirtschaftlicher Veränderungen. Der unvollständig gebliebene Luftschutzstollen verdeutlicht dabei sowohl die kriegsbedingten Anforderungen als auch die begrenzte Umsetzung vor Ort und bleibt ein interessantes Relikt der Werksgeschichte.

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Paulina
Paulina
1 Jahr zuvor

Znam opowieści o bunkrze od córki własciciela beki….chowali sie tam kiedy rosjanie wkroczyli do tubingen i fabryki…

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Trümmer Lümmler

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