Ein spektakuläres Bergwerk eröffnet sich hier dem Betrachter und bietet eindrucksvolle Einblicke in den Altbergbau – vom vorindustriellen Bergbau mit Wasserkunst bis hin zu moderneren Maschinen und Abbauverfahren. Man könnte beinahe sagen, dass hinter jeder Kurve und hinter jedem Verbruch etwas Neues wartet; der Mund steht einem förmlich offen. Bereits zu Beginn begegnet man ersten Loren und Maschinen und nimmt sich vor, diese auf dem Rückweg zu fotografieren. Doch durch die Vielzahl neuer Eindrücke und Entdeckungen ist man auf dem Rückweg derart reizüberflutet, dass die anfänglichen Highlights kaum noch Beachtung finden. Erst im Nachhinein, insbesondere beim Besuch anderer Gruben, wird einem bewusst, wie außergewöhnlich die Schönheit dieser Anlage ist – und dass man lernen muss, die Besonderheiten weniger ausgestatteter Gruben neu zu schätzen. Heute ist die Grube gesichert und wird mit erheblichem technischem Aufwand überwacht.
Das eigentliche Highlight für Bergbaubegeisterte ist aus meiner Sicht die Wasserkunst am Hermannschacht. Mit einem Durchmesser von 8,98 Metern und einer Breite von 0,69 Metern hängt das Wasserrad in einer nur 1,07 Meter breiten Radstube. Es wurde im Jahr 1840 aus Eichenholz und Gusseisen erbaut und gilt heute als das einzige original erhaltene Wasserrad im Harz. Umso bedauerlicher ist es, dass dieses einstige technische Denkmal mittlerweile stark verfallen ist.
Der Lokschuppen beziehungsweise die Werkstatt beeindruckte mich am meisten. Hier standen noch vier abgestellte Lokomotiven, die vollständig verrostet waren. Ursache dafür war, dass diese Sohle über längere Zeit hinweg vollständig unter Wasser stand – doch das ist eine andere Geschichte.
Im Buch zur Grube wird zwar die Bezeichnung „el-5“ verwendet, diese ist jedoch falsch. Tatsächlich handelt es sich bei den Lokomotiven um den Typ „el-11“, gebaut bei VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf (Berlin). Leider habe ich kein einziges Foto einer dieser Loks im Einsatz. In der ursprünglichen Ausführung existieren zwar Bildaufnahmen dieses Loktyps, diese stammen jedoch aus einer späteren Zeit.
Lokomotiven, die nach ihrem Untertageeinsatz über Tage weiterverwendet wurden, mussten entsprechend umgerüstet werden, unter anderem durch das Versetzen und Erhöhen der Stromabnehmer.
Vielen Dank an Christopher für diese Information.
Das Erzbergwerk EB vermittelt eindrucksvoll, wie vielfältig und komplex der historische Erzbergbau in Deutschland war. Wer heute durch die Stollen geht, erlebt nicht nur Relikte industrieller Vergangenheit, sondern bekommt auch ein greifbares Gefühl für die harte Arbeit unter Tage und die geologischen Besonderheiten dieser Region. Dieses stillgelegte Bergwerk bleibt ein faszinierendes Zeugnis unserer bergbaulichen Geschichte und lädt dazu ein, die Spuren der Zeit vor Ort weiter zu erkunden.
- Veröffentlicht am 1. August 2017
- Erstellt von Trümmer Lümmler
- Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2026
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